Lustige Marterlsprüche

Der bekannte Tiroler Autor Martin Reiter aus St. Gertraudi sammelte in einem Buch lustige Marterlsprüche. Dazu eine Reportage von Günther Krauthackl in der Sonntagsausgabe der TIROL-KRONE vom 18. November 2007.

Sprueche-2

Hier ruht der Kraxler Christoph Bug,
daheim der Weib und Kinder schlug.
im Wirtshaus aber soff er brav
bis ihn ein schweres Schlagerl traf.
Drauf gab er seine Seele auf,
das ist sein ganzer Lebenslauf.

Hier lieg’n begraben unter Schnee und Eis
zwei brave Bayern und ein Preiß.
Bet‘ für die Bayern lieber Wandersmann
der Preiß, der geht die gar nix an!

Zuerst sein die Seil gebrochen,
dann dem Rentner Soos aus Hamburg alle Knochen.
Tot war auch sein Führer Johann Hutter,
jedoch der Rentner war womöglich noch kaputter!

Hier ruht der Hochwürden Peter Six,
dereinst war er Pfarrer nunmehr ist er nix
als wie a Boanerg’graffel
a so geht’s halt auch an Pfaffel!

Unter diesem Stein
liegt Hanne, das Weib mein.
Sie ging ohne Zweifel
in die Hölle zum Teufel;
sollte sie aber im Himmel sein,
möchte ich lieber nicht hinein.

Hier liegt Hans Gottlieb Lamm
er starb durch’n Sturz vom Damm.
Eigentlich hieß er Leim
das passt aber nicht zum Reim.

Erst sang ich, dass es hallte weit:
„Zillertal du bist mei‘ Freud!“
Dann tat ich einen Stolperer
und fiel herab vom Olperer.
Nun sing‘ ich in der Englein Chor
Bahnbeamter Felix Mohr.

Die ganze Zeit nix als g’soffen
endlich vom Schlag getroffen
Johann Christian Reiter,
wenn er noch leben tät, er saufert weiter.

Wanderer zieh deine Mütze,
es liegt ein Komiker & schlechter Schütze
in diesem feuchten Loch.
Die Witze die er sagte,
die Hasen die er jagte
die leben alle noch.

Wanderer, vernimm die Kunde,
dass hier ging ein Mensch zu Grunde;
Danke Gott als guter Christ.
Dass du’s nicht selber g’wesen bist.

Dieser Beitrag wurde unter Sonstiges veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.